„Er war ein einzigartiger Mensch, Lehrer und Freund“, sagte Simo Tolo, Karate-Abteilungsleiter des TG. Und Nöpels Lebensgeschichte birgt tatsächlich genug Stoff für eine Verfilmung. Als junger Mann reiste Nöpel in den 1950-er Jahren von seiner Heimat im Ruhrgebiet mit dem Fahrrad nach Asien, um die Olympischen Spiele 1956 in Melbourne zu besuchen. Auf seinem Weg lernte er Karate kennen – und landete schließlich in Japan, wo er persönlich von den Meistern lernte.
Nach einer Taucherausbildung in den USA lebte er seit Ende der 1950-er fest im Land der aufgehenden Sonne, erlernte Karate und heiratete seine japanische Frau Eiko. Mit ihr und einer gemeinsamen Tochter zog er 1967 zurück in seine Heimat in Bergkamen. Mit sich brachte er das Goju-Ryu, eröffnete eine eigene Karateschule und wirkte als einer der Wegbereiter des Sports in Deutschland. Bis zu seinem Tod erreichte er den 10. Dan, die höchste Graduierung des Karate, und war damit seinerzeit der höchstgradierte Karateka im gesamten Deutschen Karateverband.
"Die Trainer des International Budo Journey 2025" Von links nach rechts
Achim Keller, Mal Sanchez Jones, Martin Kudzia, Kalla Bergers , Mario Bordon , Simo Tolo
Hanshi Fritz Nöpel besuchte auch immer wieder Neuss und die TG, wo er regelmäßig Lehrgänge in Karate gab. „In solchen Lehrgängen erinnern wir noch heute an ihn. Ich fühle mich als sein Schüler verpflichtet, das weiterzuführen“, erklärte Tolo. Um das Gedenken an seinen Lehrmeister lebendig zu halten, haben Tolo und die TG gerade die zweite „International Budo Journey“ als Mischlehrgang verschiedener Kampfsportarten abgehalten.
In Erinnerung an Nöpel und zum 45. Bestehen der TG-Karateabteilung trafen sich dabei Kampfsport-Begeisterte aus Deutschland, Belgien, Großbritannien, von den Kanaren oder aus der Schweiz. Angeboten wurden unter anderem verschiedene Formen des Karate, Jiu-Jitsu und „Kudo“ als japanische Mixed Martial Arts. Einer der internationalen Gäste war der Trainer der walisischen Sambo-Nationalmannschaft, Mal Sanchez-Jones. Er war schon einige Male bei den Lehrgängen der Neusser Karateka zu Gast und spürt mittlerweile eine enge Verbundenheit zum Unsui Dojo und zur Stadt.
„Ich fühle mich wohl bei den Menschen in Neuss. Sie sind so positiv eingestellt und gastfreundlich“, sagt der Kampfsportler. Auch sportlich habe die Stadt mit den Lehrgängen einiges zu bieten: „Simos Vision, Trainer und Sportler aus ganz Europa zusammenzubringen, gibt uns eine einzigartige Möglichkeit, verschiedene Sportarten zu erleben.“ Für das kommende Jahr plant Tolo schon die nächsten Lehrgänge des Dojos. Auch dann soll es wieder international werden – und auch dann soll es wieder ein Event im Namen von Fritz Nöpel geben.





