Unsui Dojo Neuss - Goju Ryu Karate Do

Unsui Dojo (2022)
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Prüferlehrgang Goju Ryu 2021 in Neuss 


Am Samstag den 25.09.2021 sind wir (acht Prüfer bzw. Anwärter des Gōjū-Ryū Karate Dojo des GV Waltrop) nach Neuss gefahren, um dort den Prüferlehrgang zu besuchen, welcher vom Unsui-Dojo TG Neuss unter der Leitung von Šimo Tolo ausgerichtet wurde. Für einige war es der erste Lehrgang seit der Corona-Pause. 

Im ersten Teil des Lehrgangs setzten wir uns mit der Prüfungsordnung auseinander. Schwerpunkt lag hier in der Verfahrensordnung ,unter anderem auch auf dem Thema Einstufung: Wie geht man damit um, wenn beispielsweise ein Kyu Grad einer anderen Stilrichtung dem Dojo beitritt? Möglichkeiten gibt es hier viele. Er könnte die Kyu Graduierung weiter tragen, er könnte zum Beispiel als Grüngurt eingestuft werden oder er fängt wieder beim Weißgurt an. Fazit: Es bleibt immer eine Einzelfallentscheidung. Im Kyū-Bereich kann jeder Dojo-Leiter unter Einhaltung der Verfahrensordungen selbst entscheiden, wo, wann und ob er denjenigen einstuft. Sollte mann selbst nicht weiter wissen, so steht der zuständige Prüferreferent jedem mit Rat und Tat zur Seite. Es spricht nämlich nichts gegen eine Einstufung nach einer „Probezeit“. Ein besonderes Augenmerk fiel auch auf die Auslegung der Prüfungsordnung mit Blick auf den Einzelnen. In diesem Kontext fiel des Öfteren das Wort „Menschlichkeit“. Ein Kind bei einer Prüfung durchfallen zu lassen, nur weil es aufgrund von Nervosität Fehler macht, würde dem widersprechen. Auch soll immer auf die körperlichen und geistigen Fähigkeiten des Prüflings, wie zum Beispiel das Alter, körperliche Einschränkungen etc. geachtet werden. Es gab regen Austausch über die einzelnen Punkte. Viele brachten Erfahrungen aus ihrem Dojo ein. 

Während des gesamten Lehrganges erinnert ein großes Foto an der Wand an Hanshi Fritz Nöpel, der eine große Lücke in den Herzen aller Karateka hinterlassen hat. Es war schön zu sehen, dass die Dojos den von ihm vorgelebten respektvollen Umgang miteinander, seine Werte und Zielrichtungen, die er uns allen mit auf den Weg gegeben hat, in Ehren halten und weiterhin umsetzen. 

Im zweiten Teil des Lehrgang setzten wir uns mit der Kata-Bunkai, hier am Beispiel der Kata Sanseru, auseinander. Nach dem gemeinsamen Laufen der Kata versuchten wir gemeinsam mit einem Partner die Bunkai aus der Anfangssequenz abzuleiten und übten diese ca. 15 Minuten ein. Im Anschluss daran fanden wir uns zusammen und die einzelnen Paare zeigten ihre Kata-Bunkai. Es war sehr spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Kata in den anderen Dojos (und selbst innerhalb der Dojos) interpretiert bzw. auf den jeweiligen Karateka angepasst wurde. Der Kern der Kata blieb dabei aber immer erkennbar. Wir nehmen hiervon viele Anregungen mit.

ein wenig Abwechslunggab es im letzten Teil des Lehrgangs. Šimo Tolo und Martin Kudzia erarbeitetet das sogenannte „Unsui-Sanbon-Kumite“ mit uns. Hierbei handelt es sich um einen Free Flow Drill, der vor allem die Anwendung von Techniken aus den Katas außerhalb der „eingeübten“ Form der Kata-Bunkai trainieren soll. Das Prinzip klingt erst einmal simpel: Es gibt drei aufeinander folgende Angriffe, wobei der dritte vom Partner abgewehrt wird und dieser daraufhin (ohne Unterbrechung) mit seinen drei Angriffen startet. So kommt es zu einem ständigen Wechsel zwischen der Rolle des Angreifers und des Verteidigers. Einige von uns waren damit bereits durch den Lehrgang am 11.09.2021 in Neuss vertraut, andere trainierten es zum ersten Mal. Für diejenigen von uns, die Unsui-Sanbon-Kumite an dem Tag zum ersten Mal machten, stellte es sich doch als eine kleine Herausforderung dar und erforderte viel Konzentration. Nach einiger Zeit war man aber gut mit dem Ablauf vertraut und es lief „flüssiger“. Diese Übung führte einem vor Augen, dass die technische Vielfalt des Gōjū-Ryū bei einem „spontanen“ Angriff nicht wirklich abrufbar ist, man dies aber trainieren kann und insbesondere die Kata einem sehr viele Techniken aufzeigt, auf die man spontan nicht ohne weiteres kommen würde. Danach wurden die Partner gewechselt. So kam man auch mit Karatekas aus anderen Dojos in Kontakt. Dadurch lernte man auch das Repertoire an Techniken der anderen kennen und konnte Einiges für sich übernehmen.

Insbesondere ging es darum, sich ohne langes Überlegen gegen einen Angriff aus ungewöhnlichen Positionen zu verteidigen, vor allem aus der sonst so „starre Linie“ auszubrechen und seine Comfortzone zu verlassen. Zum Schluss haben wir diese Übung zu dritt ausgeführt. Hierbei bestand die Schwierigkeit darin, dass sprunghaft ohne Ankündigung die Angriffslinie gegen einen der Partner verlassen und sofort der Dritte angegriffen werden kann, der sich dann sofort einbringen muss. Dies setzt eine stete Konzentration und Wachsamkeit voraus. 

Das Unsui-Sanbon-Kumite ist eine besonders unter dem Aspekt der Selbstverteidigung sehr sinnvolle Ergänzung zu den anderen, eher formellen Partnerformen. Diese innovative Partnerform hat allen Lehrgangsteilnehmern viel Spaß gemacht und eine durchweg positive Resonanz erhalten. 

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ganz herzlich beim Unsui-Dojo, insbesondere bei Šimo Tolo und Martin Kudzia, für die Ausrichtung des spannenden Lehrgangs bedanken und freuen uns schon auf das nächste Mal!

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